Die SPD Wertheim und Landtagskandidat Anton Mattmüller im Gespräch

Veröffentlicht am 23.02.2021 in Aktuelles

Die SPD Wertheim und Landtagskandidat Anton Mattmüller hatten zum Gespräch eingeladen. Angesprochen waren Engagierte und Organisationen die sich für die Schwachen in der Gesellschaft, Integration und Menschenrechte einsetzen.  Zu Beginn erinnerte der Ortsvereinsvorsitzende Thomas Kraft an den Jahrestag des Anschlags in Hanau. Dort wurden 9 Menschen Opfer einer rassistisch motivierten Tat. In Wertheim hatte es aus diesem Anlass direkt danach eine Solidaritätskundgebung gegeben. Anton Mattmüller verwies auf die Äußerung von Heiko Maas, der Höcke, Gauland und Co als geistige Brandstifter bezeichnete. Angehörige von Opfern klagten über strukturellen Rassismus in der Hessischen Polizei. Der Innenminister würde dabei keine gute Rolle spielen. Ein Beitrag dazu in den Tagesthemen war erschreckend.

Wertheim soll eine Stadt sein in der Solidarität gelebt wird, erklärte Patrick Schönig Fraktionsvorsitzender der SPD im Gemeinderat, als Anspruch an seine Arbeit. Er rege sich heute noch auf über eine Diskussion im Gemeinderat in der Angehörige einer anderen Partei behaupteten, dass es in Wertheim keine Armut gebe. Die aktuelle Situation zeige, dass dies eben leider doch der Fall sei. Deutlich werde das auch in der Unterrichtssituation. Die Digitalisierung sei nicht nur ein technisches, sondern auch ein soziales Problem.  Er könne von Familien berichten, die sich keine Technik und keine Anschlüsse leisten können. Für den digitalen Unterricht seien sie aber unverzichtbar. In diesen Fällen versuche die Schule natürlich Hilfe zu organisieren. Diese Kinder haben dennoch nicht die gleichen Bildungschancen, wie Kinder aus Familien die finanziell gut gestellt sind.

 

Die Erfahrungen im Familienzentrum schildert Alex Schuck. Für die Digitalisierung gebe es zwar Programme. Die finanziellen Mittel würden aber nicht abgerufen. Sie kommen vor Ort nicht an. Hier müssen Lösungen gefunden werden. Die Angebote des Familienzentrums sind vielseitig. Die Zusammenführung mit andern Sozialen Dienstleistern in der neuen sozialen Mitte werde hilfreich sein. In den Fokus wolle man in nächster Zeit die klassischen Gastarbeiter und deren Integration in die Gesellschaft nehmen. „Wo geht die Gesellschaft hin? Wie wollen wir leben? Wie können wir möglichst Viele mitnehmen.“   Seien Fragen die er sich stelle und die politisch Verantwortliche sich immer wieder stellen sollten.

 

Die Tafel in Wertheim habe etwa 500 Kunden. Berechtigt seien noch mehr Menschen. Die Zahl sei durch Corona gestiegen, schilderte Katrin Rappert, Vorsitzende des Fördervereins. Die Tafel brauche Geld. Die Versorgung der Menschen könne nicht dauerhaft verantwortlich in die Hände von Ehrenamtlichen gelegt werden. Das sei Sache der Politik. Die Stadt Wertheim sei erst durch Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez Mitglied geworden. Auch wenn Lebensmittel gespendet werden, fallen dennoch erhebliche Kosten an. So sei beispielsweise Miete für die Räumlichkeiten zu zahlen. Hier verwies Anton Mattmüller auf ein Förderprogramm in Hessen. Er werde sich dafür einsetzen, dass die Tafeln unterstützt und von Mietzahlungen entlastet werden. Ingo Ortel sprach sich dafür aus, bis dahin örtlich eine Lösung zu suchen, beispielsweise in städtischen Räumlichkeiten.

 

Auch Willkommen in Wertheim wird durch Corona in seiner Arbeit eingeschränkt, berichtete Elke Schwarzer. Es waren vielfältige Angebote aufgebaut worden, die jetzt nicht durchführbar seien. Wo kann man sich treffen, wo abholen? Man versuche Nachmittagsbetreuung für Kinder anzubieten, die zuhause keine Hausaufgaben machen können und denke auch über die Unterstützung mit Laptops nach. Schwarzer ging auf die Ursachen von Flucht ein. Vom Lieferkettengesetz erwarte sie, dass mehr Menschen in der Dritten Welt dadurch eine Existenzgrundlage finden. Soziale Standards und faire Löhne seien dafür notwendig.

 

In der Diskussion wurde betont, dass Kommunen und Soziale Einrichtungen keine Unternehmen sein können, die Gewinn machen. Das werde z.B. bei den Kindergärten deutlich, so Patrick Schönig.

 

Die SPD setze sich für einen aktiven Staat ein, so Anton Mattmüller. Er müsse ausreichend finanziert sein um seinen Aufgaben gerecht zu werden. Die Sorge um Benachteiligte und die Herstellung von Chancengleichheit seien wichtige Aufgaben. „Wir wollen nicht Teile der Gesellschaft im Abseits stehen lassen,“ sagte Mattmüller. Es bestehe die Gefahr, dass auch Kinder von Familien die es schwerer haben, selbst wie in einer Falle sitzen. Deshalb sei Prävention sehr wichtig. Abschließend dankte er den Teilnehmer für ihr Engagement. Das seien wichtige Aufgaben, die er als Abgeordneter sehr gerne unterstützen werde.