Ländlicher Raum – Digital Fit für die Zukunft - Im Talk mit Lars Klingbeil

Veröffentlicht am 09.03.2021 in Aktuelles

Anton Mattmüller, der SPD-Landtagskandidat, hatte eine Gespräch mit einem weiteren Prominenten der Partei. Es war Lars Klingbeil, Generalsekretär und Mitglied des Bundestags. Die Ähnlichkeit der Wahlkreise stellte Verbindung her und schafft Gesprächsstoff. Der Landkreis Rotenburg-Heidekreis ist ländlich und liegt an der Achse Hamburg-Hannover. Main-Tauber, ebenfalls ländlich, befindet sich an der Achse Frankfurt-Nürnberg.

„Ländlicher Raum – Digital Fit für die Zukunft“, war ein Thema, das Beide Politiker bewegt. Corona zeige auch hier welche Schwachstellen in der Gesellschaft bestehen. Klingbeil schilderte, dass Deutschland grundsätzlich eine ausreichende ordentliche digitale Infrastruktur habe. Das sei aber auch gerade ein Problem. Das Land der Dichter und Denker müsse an der Weltspitze liegen und nicht in Silikon-Valley oder in China stehen. Die klügsten Köpfe sollten in Deutschland forschen.  In seinem Wahlkreis treibe er das Thema Wasserstoff voran. Voraussitzung für Spitzenforschung sei die Digitalisierung. Hier brauche es Landräte und Bürgermeister, die vorangehen. Er habe zusehen müssen, dass Firmen den Landkreis verlassen haben, weil die digitale Anbindung nicht ausreichend sei.

 

Anton Mattmüller traf bei seinen Gesprächen im Main-Tauber-Kreis auch positive und negative Beispiele. An manchen Stellen stehe 5G zur Verfügung. Andererseits seien die Funklöcher beim Mobilfunk ein tägliches Ärgernis. Die fehlenden Anschlüsse in Siedlungen abseits des Hauptorts und die Internetgeschwindigkeit sei an manchen Orten ein Problem. Hier braucht es flächendecken Lösungen. Einig waren sich Mattmüller und Klingbeil, dass man schnelles Internet sie ein Grundrecht sehen müsse wie Wasser und Strom.

 

Dann könne der ländliche Raum eine strahlende Zukunft haben. Corona trage zu einem Schub bei. In der Pandemie wurde deutlich, dass in vielen Fällen heute Homeoffice möglich sei. Müsse man nur noch einmal die Woche nach Frankfurt, Stuttgart oder Nürnberg in die Firma, werde ein Häuschen im Grünen attraktiv. Die Lebensqualität durch überschaubare soziale Strukturen, Nähe zu Freunden und Vereinen, sowie die Natur sei hoch. Sie sei auch finanziell deutlich günstiger, als in den Ballungsräumen. Schöne Wohnungen z.B. in München seien kaum bezahlbar. Außerdem hätten Erwerbstätige dann auch unter der Woche Zeit für ihre Kinder und Familie.

 

Die Digitalisierung der Behörden komme nicht von Innen. Es braucht politische Führung, so Klingbeil. Mattmüller verwies auf Länder wie Estland, in denen viele Behördengänge nicht mehr persönliche durchgeführt werden müssen. Sie können digital erledigt werden.

 

Digitalisierung und Klimaschutz seinen eng verbunden. Die Steuerung von Energieeinsatz oder die Organisation von Mobilität mache das deutlich. Mattmüller verwies auf das Car-Sharing-Modell in Schäftersheim. Das sei bisher untypisch für eine dörfliche Struktur. Die Technik macht es möglich. Manches Zweitauto werde nicht mehr gebraucht. Nötig sei dann auch noch die Verzahnung mit Öffentlichem Personennahverkehr und der Schiene. Dann sei es auch erforderlich, dass Bahnhöfe wie im Umpfertal wieder angefahren werden. Digitalisierung sei ein Vorteil für die Lebens- und Arbeitssituation vieler Menschen, waren sich abschließen Lars Klingbeil und Anton Mattmüller einig.